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32Rhoden: Lustgarten-Kunstpfad

Sternenzelt: Adler,Phaizelia

Lustgarten-Tor

Flachs blüht

Marienglockenblumen

Kosmeen am Forstamt
 
 
34474 Diemelstadt-Rhoden,
Warburger Weg 20

Lustgarten-Kunstpfad

In Rhoden in Waldeck wurde der Historische Küchengarten von 1650 revitalisiert. Der Lustgarten-Kunstpfad mit Sternenzelt und Skulpturen, mit Stauden, Rosen, Gehölzen, Baumtor zum Verborgenen Garten und nachbarschaftlich bestelltem Nutzgarten ist vom Warburger Weg und vom Grünen Weg aus öffentlich zugänglich.

 


Frühling

unterm Sternenzelt

Bänke

Stelen und Mohn

 

Geschichte

Der untere herrschaftliche Garten oder Lustgarten ist das Gegenstück zum Schlossgarten. Die Herrschaft, das waren die Grafen oder Prinzen, die Fürsten von Waldeck. Georg Friedrich hat neben dem Umbau der Burg Rhoden zum Schloss im Renaissancestil und dem Tiergarten mit Eichenallee ab 1650 den Lustgarten anlegen lassen. Im Zuge ihrer Diplomarbeit über den Schlossgarten Rhoden grub Jana Steinbeck Unterlagen des Gärtners Claus Dobisson aus dem Jahr 1673 aus, der den Grafen bittet, 1500 Pflänzlinge Asparges (Spargel) aus Holland und Birnen- und Apfelbäume für den Küchengarten beschaffen zu dürfen, den er in diesem Jahr fertig stellen will. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass der Lustgarten jetzt insgesamt als Küchengarten für die Versorgung der Herrschaft in Arolsen weitergeführt werden sollte. Dem Hofgärtner Michel folgt der aus Frankreich kommende Hofgärtner Philip Jupiers. 1787 übernahm der Amtmann Klapp den Garten. 1800 hat ihn Erbprinz Georg selbst in Besitz genommen. Luis Curtze, der waldeckische Heimatforscher, schrieb 1876: "Man weiß von Bauten in Lustgarten und Tierpark Rhoden lediglich, dass Säulen, Gartenplastiken, Ziervasen und Balustraden nach Arolsen geholt wurden und dort beim Neubau des Schlosses Verwendung gefunden haben." Anfang des 19. Jh. wurden Balustraden von der unteren Begrenzungsmauer abtransportiert und für das Erbbegräbnis in Rhoden verwendet. Vor dem 1. Weltkrieg wurden die restlichen Säulen und Balustraden abgebaut und nach Arolsen gebracht. Nur einige beschädigte Balustradensäulen blieben auf dem Gelände des Gärtners Johannes Görg, der 1904 den in drei Terrassen nach Süden abfallenden und von hohen Sandsteinmauern eingefassten Garten vom Fürsten zu Waldeck und Pyrmont gepachtet hat. 1985/86 wurde die Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt. Die Sandsteinmauern und zwei Gewölbekeller wurden durch die Domanialverwaltung restauriert. Die Pfeiler des nördlichen und des westlichen Sandsteintores sind bekrönt von Amphoren mit Knospen oder Pinienzapfen - Fruchtbarkeitssymbolen.

Pflanzenkonzept und Kommunikative Kunstprojekte im Historischen Küchengarten

Der Bereich nördlich des ummauerten Lustgartens (>> Skizze "Lustgarten Eingänge") ist öffentlich begehbar. Als Gründüngung wurden im April 2012 (um den 100. Tag im Jahr) 10 kg Leinsaat gesät. Nach der Blüte, dem Raufen, der Tauröste, dem Riffeln, Brechen, Schwingen und Hecheln entstand daraus taugeröstetes gehecheltes Flachspapier und daraus Barbara Beisinghoffs Künstlerbuch "Taublau".

2012 hat Felix Rudorf seine Bachelorarbeit über das Vegetationskonzept für den Lustgarten-Kunstpfad geschrieben (>> "thesis", 15 MB), Referent war Prof. Cassian Schmidt.

Außer Stauden gedeihen Rosen in Rhoden besonders gut. Wir haben den Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe, Kassel, in der Nähe, als Vorbild. Wir säen unsere eigene "Lustgartenmischung" einjähriger und zweijähriger Blumen, orientalischen, wilden und kalifornischen Mohn (Schlafmützchen), Akelei, Kosmeen und Ringelblumen, Stockrosen, Marienglockenblumen, Schafgarbe, Schleierkraut und Bartnelken (s. >> "stauden15" und Fotos oben).

Der Nutzgarten wird von Ilse Gerke, Margot Claus, Christa Budde und Barbara Beisinghoff gemeinsam bewirtschaftet (s.o., Foto "Frühling"). Dem Namen Küchengarten gereicht auch Essbares in den Blumenbeeten zur Ehre: Kapuziner Kresse, Borretsch, Amaranth, Fenchel und Knoblauch-Rauke. Monats- und Walderdbeeren machen sich gut als Bodendecker.
(vgl. >> gehoelzliste).

Mit 30 Schülern der Schlossbergschule wurden im Sommer 2012 Tiersternbilder um Orion, den großen Himmelsjäger, in sieben 2 m lange Messingplatten mit Elektrobohrern eingebracht. Auf einen Rundbogen montiert bildet das Sternenzelt die Mitte des Historischen Küchengartens (2 Fotos oben). 2013 sägten Studenten der Hochschule für angewandte Kunst Schneeberg (Sachsen) "Kunstbänke" unter dem Thema "Barock" (s.o., Foto "Bänke"). Wolfgang Daum hat seine Skulpturen als Dauerleihgaben auf den Stelen von 1650 (s.o., Foto "Stelen") installiert. Auf Bodenreliefs sind Worte eingemeißelt: im Verborgenen Garten "wandeln" durch Rachel Joy - und auf einem alten Grabstein "Vita" und "Streue Blumen, während du gehst, kehrst du doch niemals den Weg zurück".

 

>> Historisches Ortsbild Diemelstadt e.V.
>> Atelierhaus Beisinghoff, Tel. 05694 9912234
>> Barbara Beisinghoff
>> Lustgarten Diemelstadt

 

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Letzte Aktualisierung: 20.09.2017
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